WERNER SCHMITZ UBUNGEN ZU SYNONYMEN VERBEN MAX HUEBER VERLAG MUNCHEN DEUTSCHE REIHE FUR AUSLANDER Herausgegeben von Dr. Heinz Griesbach und Dr. Dora Schulz Reihe C: Erganzungshefte zu grammatischen Fragen Schmitz, Ubungen zu synonymen Verben Hueber-Nr., verbesserte Auflage 1968 © 1967 by Max Hueber Verlag, Miinchen Umschlaggestaltung: Peter Schiffelholz, Stuttgart Gesamtherstellung: Ebner, Ulm Printed in Germany Vorbemerkung Das Heft enthalt vier Dutzend Ubungen zu Verben, deren Unterscheidung fiir den Auslander schwierig ist. Die Schwierigkeiten verschieben sich natiirlich je nach der Muttersprache des Lernenden; die eine oder andere Ubung wird fiir bestimmte Sprachen sogar unproblematisch sein.
Im ganzen enthalt das Heft jedoch diejenigen Verben, die sich im Unterricht an Ausliander verschiedener Nationalitat als die wichtigsten erwiesen haben. Die Erklarungen sind so klar, aber auch so kurz wie méglich. Bei den Ubungs- satzen wurde besonderer Wert darauf gelegt, keine konstruierten Beispiele zu bringen, sondern nur solche, die in der Umgangssprache standig vorkommen. Den Ubungen ist ein Anhang angefiigt mit einigen allgemeinen Bemerkungen iiber die Verben mit be- und er-.
Ein alphabetisches Verzeichnis der behandelten Verben befindet sich am Schluf des Heftes. Die gebrauchten Abkiirzungen sind D = Dativ jm == jemandem A = Akkusativ jo == Jemanden tr. = Sprichwort Fiir Erganzungs- und Verbesserungsvorschlage werden Verlag und Verfasser jederzeit dankbar sein. Zur zweiten Auflage Die zweite Auflage ist um die Ubungen 35-44 erweitert.
Athen, im Mai 1968 W. Schmitz andern — wechseln — tauschen andern A =: anders machen Wir haben unsere Plane geandert. — Er hat seine Meinung geändcrt. — Ich mu meinen Mantel andern lassen.
sich Gndern = anders werden Das Wetter andert sich. — Die Zeiten, die Verhaltnisse haben sich sehr gedndert. Das Verb (sich) verandern ist gefahrlich. Der Auslander benutzt es am besten gar nicht, sondern statt dessen nur dndern, das immer richtig ist.
Es gibt nur eine Situation, wo man es gebrauchen muf, namlich wenn man sich nach lan- gerer Zeit wiedersieht: Sie haben sich gar nicht (kaum, sehr, stark) verandert. wechseln A Wahrend es sich bei dndern um eine und dieselbe Sache handelt, die anders wird, handelt es sich bei wechseln immer um zwei Dinge, von denen das eine an die Stelle des anderen tritt. Der Kinobesucher wechselt den Platz. — Kénnen Sie mir 20 DM wech- seln? — Der Student will die Universitat wechseln.
Ubung 1: (sich) andern oder wechseln? 1. Sie die Wortstellung! 4. Ich muf$ meine Krawatte HH vn nu ha 5. jeden Freitag das Programm.
Ein Sanger ist erkrankt; deshalb muf das Programm. Dieser Abschnitt ist nicht gut; ich muf 1hn. Die Wirtschaftslage hat. Der Autofah- rer muf den Reifen.
Gliick und Ungliick immerzu. In vielen Landern. durch die Atombom- benversuche das Wetter. Das alles ist schlimm und unerfreulich; aber wir k6nnen es leider nicht.K6énnen Sie mir 50 DM.
Eine andere Betonung kann den Sinn eines Satzes vollig. standig den Namen. Ich muf mein Kleid. zwanzigmal am Tage ihre Meinung.
seine Farbe je nach der Umge- bung. Niemand kann seine Natur. Das ist natiirlich sehr betriiblich; aber leider la&t sich nichts daran. Die Bettwasche wird alle acht Tage.
Ich habe mit ihm schon viele Briefe ¬ 24. Der Komet hat seine Bahn. Die Mode HH HH Km VY mà standig. bung 2: Erklaren Sie den Unterschied zwischen 1.
Programmanderung und Programmwechsel 2. Kursanderung und Kurs- wechsel 3. Stimmungsanderung und Stimmungswechsel 4. Kleideranderung und Kleiderwechsel 5.
Klimadnderung und Klimawechsel Ubung 3: Setzen Sie das richtige Grundwort ein! 1. Rad-, Reifen-, Pferde- ¬———. Kurs eee eee ees 13. Ubung 4 (zur Wiederholung): Was andert man, und was wechselt man? tauschen (meist geschäftlich) Die Philatelisten tauschen Briefmarken.
— 4-Zimmer-Wohnung gegen 3-Zimmer-W ohnung zu tauschen gesucht. Eine Person kann ihren Platz nur wechseln; zwei Personen kénnen ihre Platze wechseln oder tauschen, weil hier ein Platz fiir den anderen gegeben wird. austauschen (héflich oder offiziell) Freunde tauschen ibre Gedanken aus. — Die Linder tauschen Botschafter und Gesandte aus.
—- Die Verwundeten und Gefangenen werden ausge- tauscht, umtauschen (etwas Gekauftes) Gestern habe ich diesen Schirm bei Ihnen gekauft und méchte ibn gern umtauschen. — Die gekaufte Ware kann nur innerhalb von drei Tagen umgetauscht werden. Ubung 5: tauschen, austauschen oder umtauschen? 1. Wollen wir die Plätze.
Die Regierungen haben No- TEN oo. eee eee eee 3- Ich mochte nicht mit ihm. Kann ich das Hemd. Einige deutsche und franzésische Universitaten haben Professoren und Stu- đenten.
Die Philatelisten treffen sich, um Briefmarken ¬————. Za Neujahr werden von allen Regierungen Grufbot- schaften. Die Kinder sammeln Zigarettenbilder und ¬. Die W¡ssenschafler haben auf dem Kongre8 ihre neuesten Erkenntnisse.
AÌs es noch kein Geld gab, mufốte mẠN. ; Wenn man etwas erwerben wollte. Ubung 6: Erginzen Sie Tausch, Austausch oder Umtausch! 1. sees Án va geschaft 5.
HH va handel 8. dienst verwechseln A mit == irrtiimlich jn oder et. fiir jn oder et. anderes halten Sie verwechseln mich mit Herrn N.— Verwechseln Sie nicht ,,wechseln* und ,andern“! — Die beiden Briider sind zum Verwechseln abnlich.
vertauschen A = irrtiimlich oder béswillig et. anderem nehmen Jemand hat meinen Mantel vertauscht. — Mein Schirm ist vertauscht worden, Ubung 7: verwechseln oder vertauschen? 1. Jetzt habe ich dummerweise die Hausnummer.
Jemand hat meinen Hut. In der Theatergarderobe ist sein Man- tel. cece eee eee worden. Viele Ausländer.
immer wieder die Zeiten von „bitten“ und „bieten“. Ich habe Ihren Wagen mit dem von HlerrnN. bieten — anbieten anbieten DA bezieht sich auf Dinge, die man unmittelbar in Besitz nehmen oder fiir sich verwerten kann. jm eine Zigarette, ein Glas Wein, ein Zimmer anbieten jm eine Stelle, eine Professur, ein Stipendium anbieten jm seine Hilfe, seine Dienste, seine Freundschaft anbieten bieten DA dagegen bezieht sich auf Geniisse und Vorteile, die nicht unmittelbar greifbar sind.
Meine Freunde haben mir viel Interessantes geboten, darunter auch mebrere Ausfliige und einige Theaterbesuche. Die Firma bietet tichtigen Angestellten gute Aufstiegsméglichkeiten. Diese Lésung bietet viele Vorteile. Allerdings sagt man auch: was, wieviel bieten (= bezablen) Sie fiir den Wagen° idiom.: Das lasse ich mir nicht bieten! = gefallen Ubung 8: bieten oder anbieten? 1.
Was diirfen wir Ihnen. , Bier oder Wein? 2. Was diirfen wir lhnen. , enen Konzert- oder lieber einen Theaterbesuch? 3.
đen Touristen gröfŠte Sehenswiirdigkeiten. Der Ku- chen ist ganz trocken, ich kann Ihnen leider nichts davon. Darf ich Ihnen meinen Platz. Die Méglichkeit, Gutes zu tỦN,.
sich jeden Tag. Sollen wir uns das. Im Sommerschlufverkauf werden alle Sommer- sachen zu ganz niedrigen Preisen. Er wird nach Deutschland fahren, wenn sich eine Gelegenheit dazu.
Ích fũrchte, dafÊ dies Unternehmen nicht viel Aussicht auf Erfolg. Man hat ihm eine Stelle bei Siemens. Nach dem Erdbeben.) die Stadt einen schrecklichen Anblick. Er hat dem Verlag sein Manuskript.
seinen Gasten allen Komfort. Ich kann Ihnen natiirlich keine Garantie. , daf es Ihnen dort gefallen wird. Man hat ihm ein Stipendium.
18, Dieses Stipendium cece cette eee ihm die Méglichkeit, sich zu spezialisieren. Dieser Umstand ¬—— ihm einen willkommenen Vorwand, sich zu driicken. Er war so freundlich, uns seine Hilfe. Auf der Auktion sind ganz unwahrscheinliche Preise.
Er hat mir schon am zweiten Tag unserer Bekanntschaft das Du. beschlieSen — sich entschlieSen — sich entscheiden beschlie&en nennt die blofe Tatsache des Beschlusses: Ich habe beschlossen, heute abend zu Hause zu bleiben. sich entschliefen setzt Zögern und Uberlegung voraus*: Nach langem Zégern habe ich mich nun doch entschlossen, die neue Stelle anzunehmen. Ein Entschluf ist immer etwas Persdnliches.
Nur Personen kénnen sich ent- schlieBen. Ein Parlament, eine Konferenz usw. kénnen nur beschliefen. So kennt die dt.
Sprache auch nur den ,,schweren Entschlu$“; einen ,,schweren Beschlu8“ gibt es nicht (höchstens im Sinne von ,,wichtig, folgenschwer“). Ebenso wird Unentschlossenheit immer durch sich entschlieBen ausgedriickt: Ich kann mich nicht entschlie fen. Man braucht also nur zu unterscheiden, ob es sich um einen wichtigen und schwierigen Entschluf handelt oder nicht. Ubung 9: beschlieSen oder sich entschlieRen? I.
Meine Firma hat.‹-‹ {cv se , mich nach Indien zu versetzen.cee eee eee eee eee ees , diese Versetzung anzunehmen. Der Aufsichtsrat hat. ccc se cece eee ene eeee , dieses Jahr keine Dividende auszuschiitten. Sie diirfen nicht langer z6- gern, Sie miissen.
cece eee eee cee cette eeeee ! 5. Was haben Sie `". Wie haben Sie. beeen eee eee ? 7.
Er ist ein unentschlossener Mensch, nie kann er. «HỘ HH Ho ĐH HH HH eee eee eee 8. Die Regierung hat .-- eee eee eee eens beens , die Einfuhren einzuschränken.-- ¬ , Krankenschwester zu werden. Das Parlament hat.
¬ cece eee ee cee ee eee , die Steuern zu senken; aber die Bũrger kön- nen. , das zu glauben. sich entschliefen (zu), sich entscheiden (fiir) Beide Verben schlieSen Zweifel, Zégern und Uberlegen ein. Aber sich ent- schlieBen betont mehr die Tatsache der EntschliefSung, sich entscheiden mehr die Richtung (oder den Gegenstand) der EntschlieSung.
Man kénnte sagen: Der Entschluf ist die Wahl zwischen ja und nein, d. ob etwas geschehen soll oder nicht; die Entscheidung dagegen ist die Wahl zwischen diesem und jenem, d. was geschehen soll. Ubung 10: sich entschlie&en (zu) oder sich entscheiden (fiir)? t.
Ich wei nicht, wo. Italien- * sich entschliefen bezeichnet den Vorgang der EntschlieSung und sein Ergebnis, entschlossen sein bezeichnet den Zustand der Entschlossenheit oder ein. Er kann sich nicht. Versöhnung mit seinem Gegner.
Man hat ihr eine Stelle als Sekretarin und eine als Assistentin angeboten, und nun weif sie nicht, wo. sie sich Lanes. Achill konnte wahlen zwischen einem langen, aber ruhmlosen und einem kurzen, aber ruhmvollen Leben. Die Sache ist ganz unklar.
Ich weif gar nicht, wo ich dran bin (= was ich davon denken soll) und kann mich. nichts kennen — wissen Zwischen kennen und wissen besteht zunachst ein Formalunterschied: kennen hat ein Objekt, wissen einen Nebensatz. Kennen Sie seine Adresse? — Wissen Sie, wo er wohnt? Kennen Sie den Titel des Buches? — Wissen Sie, wie es heifst? Man kennt Worter, Zitate, Biicher, Personen, Stadte. Man weif, da - wo — wie — wann — durch wen etwas geschieht.
Als Objekte von wissen darf der Anfanger nur unbestimmte Pronomen ge- brauchen: er weif das, viel, wenig, alles, nichts Auer dem formalen gibt es aber auch noch einen sachlichen Unterschied: kennen schliefSt Umgang und Erfahrung ein. Es bezeichnet eine Bekanntschaft (mit jm oder et.), die man in langerer Zeit erworben hat. wissen dagegen ist vor allem eine theoretische Kenntnis, iiber die man auferlich ver- fiigt. - So gebrauchen wir bei Wort, Beispiel, Lésung, Adresse, Haus-, Tele- phonnummer usw.
wissen statt kennen: Wissen Sie ein Beispiel = kénnen Sie sagen? Wissen Sie eine bessere Moglichkeit, Lésung = sehen Sie? Wissen Sie seine Adresse, Telephonnummer = haben Sie? Den Unterschied zwischen wissen und kennen kann noch folgendes Beispiel verdeutlichen: Wissen Sie den Verfasser des Buches = wissen Sie, wie er heift? Kennen Sie den Verfasser des Buches = kennen Sie ihn persdnlich? 1Q Auf die Frage „W¿ssen S/e den Weg?”“ könnte man die Antwort konstruieren: Ich wei ihn zwar, aber ich kenne ibn nicht. ich wei zwar, wie man gehen muf, aber ich bin den Weg noch nie gegangen. können vertritt kennen und wissen immer in der Bedeutung ,,gelernt haben“: Kénnen Sie Deutsch? — Er kann seine Lektion nicht. — Sie kann das Gedicht auswendig.
Beachte noch die Idiome: (gut, nicht) Bescheid wissen in D = gut kennen sich (gut, nicht) auskennen in D Er wei, in dieser Stadt Bescheid = kennt sich in ihr aus Ich wei, in diesen Dingen nicht Bescheid = kenne mich in ihnen nicht aus = verstehe nichts davon Ubung 11a: kennen, kénnen oder wissen? | Sie Herrn Ahrens? 2. Sie, wo er wohnt? 3. Er sae eeeeee alles. Ich möchte gern einmal.
, was das gekostet hat. Sie den Weg? 8. den ,Faust“ in- und auswendig (= ganz genau). den halben ,,Faust* auswendig.
auch nicht, was man da machen soll. Sie vielleicht zufallig seine Telephonnummer? 12. Sie die Einzelheiten der ganzen Affare? T3. Sie ein Mittel gegen Schnupfen? 14.
auch keinen Rat. Wenn ich das.